Sieh‘, das Schöne liegt so nah!


Die Herbstfahrt 2012 des Moosbacher Gesangvereins führte heuer in „heimatliche Gefilde“ in das schöne kleine Städtchen Schwabach, einer Hochburg des Goldschlägerhandwerks.

Seit dem Spätmittelalter wird hier Gold geschlagen. Heute stellen noch sechs Betriebe das edle Metall her. Die Reiseteilnehmer besuchten eine Werkstatt und wurden höchst anschaulich über die Anfänge dieses Handwerks vom Mittelalter bis in die heutige Zeit informiert. Blattgold hat eine Stärke von nur einem zehn- bis vierzehntausendstel Millimeter. Nicht weniger als 6836 Schläge mit 6 verschiedenen Hämmern sind nötig, um beim Handschlagen aus einem kleinen Barren Gold dieses hauchdünne Material zu gewinnen. Heute wird dies zum allergrößten Teil von Maschinen erledigt. Blattgold findet überwiegend Verwendung beim Vergolden von Bau- und Kunstwerken, bei deren Restaurierung, bei der Porzellan- und Glasherstellung und im medizinischen Bereich.

Bei der anschließenden humorvollen und kurzweiligen Stadtführung mit einem „Fränkischen Original“ wurde bestätigt: Alles, was in Schwabach glänzt, ist wirklich echt vergoldet. So z. B. die „Goldenen Dächer” am schönen Rathaus, in dem es auch noch einen goldenen Saal gibt. Die imposante Kirche konnte wegen Renovierung leider nicht besichtigt werden, aber dafür noch einige Brunnen, der Goldnugget, das Huhn Henriette (es gilt als Glücksbringer) mit dem echt vergoldeten Riesen-Ei in Sichtweite, der Apothekergarten und Reste einer alten Stadtmauer. Im historischen „Goldenen Stern“ einem alten, geschichtsträchtigen Wirtshaus, wurde Mittagsrast gemacht.

Als Kontrastprogramm empfahl sich ein Besuch der Umweltstation des Landesverbandes für Vogelschutz (LBV) am Rothsee. Das Außengelände mit Dünenlandschaft, Forscherteichen, Drachenboot und Wolkenkino, die Unterwasserwelt, in der sich Fische des Rothsees hautnah beobachten lassen und Einblicke in die verborgene Welt von Karpfen & Co. geben, das Gebäude mit Klimadeck, Aussichtsplattform, Solarexperimenten, Greifbecken mit Wasserbewohnern usw. zeugen von dem vielfältigen Engagement dieser Naturschutzorganisation mit dem Motto „Menschen wieder näher an die Natur bringen!“

Diese Eindrücke konnten beim anschließenden Kaffeetrinken noch nachwirken, bevor nach dem Abendessen im schönen Allersberg der interessante Tag sein Ende fand und es wieder Richtung Moosbach ging.